Pressemitteilung - [ 26.03.2010 ]

Mit Satellitenbildern und GPS in die Schule – Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für digitale Geomedien eröffnet
GIS-Station bietet neue Möglichkeiten für einen modernen Unterricht
Heidelberg, 26.03.2010 - Satellitenbilder im Wetterbericht, Auto-Navigationssysteme oder Routenplaner sind längst Teil unseres Alltags geworden. Einer Umfrage zufolge „reisen“ bereits vier von fünf deutschen Schülerinnen und Schüler als „Raumfahrer“ mit Google Earth um die Erde. Solche digitalen Geomedien lassen sich auch bei zahlreichen Unterrichtsthemen praxisnah einsetzen: Die fortschreitende Rodung tropischer Wälder, der globale Klimawandel oder eine Lärmkartierung der eigenen Stadt sind nur einige von zahlreichen Einsatzmöglichkeiten.

Kindern und Jugendlichen sollen die digitalen Geomedien näher gebracht werden – das ist das Ziel der Klaus Tschira Stiftung, die an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg eigens ein Kompetenzzentrum für digitale Geomedien ins Leben gerufen hat. In dieser "GIS-Station" erfahren Lehrer und Schüler, was Geomedien sind und wie sie sich im Unterricht praktisch anwenden lassen (GIS steht für Geoinformationssysteme). Das Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für digitale Geomedien wird am 26. März offiziell eröffnet durch Dr. h. c. Klaus Tschira, Stifter und Geschäftsführer der Klaus Tschira Stiftung, Prof. Dr. Peter Frankenberg, Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und Prof. Dr. Alexander Siegmund, Leiter der GIS-Station.

Wissenschaftsminister Frankenberg sagte: „Geodaten und Satellitenbilder tragen dazu bei, unsere Erde intensiver zu erkunden und besser zu verstehen. Daher gewinnen Geoinformationssysteme über ihre Hauptanwendungsbereiche in der Geologie und Geographie hinaus immer mehr an Bedeutung. Über 80 Prozent aller Informationen im Wirtschaftsleben haben einen Raumbezug. Dieses Wissen wird in der Logistik und im Marketing, aber auch in der Städteplanung, der Archäologie und dem Hochwasserschutz eingesetzt. Durch die großzügige Förderung der Klaus Tschira Stiftung ist es möglich geworden, dieses wichtige Zukunftsthema in der Metropolregion erlebbar und erfahrbar zu machen.“

„Bislang werden digitale Geomedien in der Schule zu wenig eingesetzt“, sagt Klaus Tschira. „In der GIS-Station lernen Lehrer und Schüler die Welt mit anderen Augen zu sehen.“ Die GIS-Station ist eine Fortbildungseinrichtung für Lehrer und ein außerschulischer Lernort für Schulklassen. Sie bietet Seminare, Workshops und Unterrichtskonzepte rund um die Nutzung von Fernerkundung, Geoinformationssystemen und GPS. Die langjährigen Erfahrungen im Einsatz digitaler Geomedien von Prof. Dr. Alexander Siegmund und seinem Team sind Grundlage der vielfältigen Kursangebote. Die GIS-Station begleitet die Nutzung der digitalen Geomedien im Unterricht wissenschaftlich und wirkt als Impulsgeber in ihrem Forschungsgebiet.

Besser als nur mit Atlas und Karten können Schüler in dem neuen Zentrum mit moderner Computerausstattung Satellitenbilder selbst auswerten, um beispielsweise die regionalen Folgen des Klimawandels zu erkennen – aktuell, schnell und genau. Selbständig erkunden sie Umweltveränderungen wie die Abholzung des tropischen Regenwalds oder das rasante Wachstum von Städten. Sie lernen durch den Entwurf eigener digitaler Karten die Vielgestaltigkeit geografischer Räume kennen und können deren Veränderungen erklären.

In der Umweltdidaktik kommt digitalen Geomedien daher eine zentrale Funktion zu. Auch in den aktuellen Bildungsplänen und nationalen Bildungsstandards wird ihr Einsatz explizit gefordert. Die Angebote der GIS-Station richten sich vorwiegend an weiterführende Schulen und sind geeignet für den fächerübergreifenden Unterricht. Durch die Verknüpfung digitaler Geomedien mit Exkursionen und eigenen Erkundungen im Gelände werden die reale und die digitale Welt miteinander verbunden.

So messen Jugendliche in einem Projekt entlang einer Ausfallstraße von Heidelberg den Verkehrslärm und stellen ihre Daten als digitale „Lärmkarte“ dar. Groß ist dabei das Erstaunen über die umfangreichen Flächen entlang der Straße, die durch den Lärm beeinträchtigt werden und als Erholungsgebiete nicht nutzbar sind. Das Projekt ist ein Beispiel für die vielfältige Anwendung digitaler Geomedien – als interdisziplinär einsatzbares Medium nicht nur in der Geographie sondern auch in Fächern wie Biologie, Physik und Chemie, aber beispielsweise auch Politik und Geschichte.

Die Welt mit anderen Augen sehen

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